Home Was ist Improvisationstheater?


Eine der schönsten Definitionen, was den Kern des Improvisationstheaters ausmacht ist ein Zitat von Del Close:

Ziel des Improvisationstheaters ist es, aus dem Nichts heraus Kunst zu schaffen - in Gegenseitigkeit.

Hört sich einfach an, es umzusetzen ist jedoch in der Praxis schwierig. (Je nach Anspruch an das Resultat.)
Als Richtung ist deutlich: ich gehe frei auf die Bühne, frei im Sinne von ohne Absicht, ohne Plan und ohne eine Geschichte im Kopf. Ich gehe aber mit Ideen, mit Vorstellungen, sprich mit Angeboten auf die Bühne. Die Angebote sind im Idealfall körperlicher Natur. Eine Haltung, eine Positur, eine Stimme, ein Status. Das alles gibt eine Idee von einem Charakter den ich spielen möchte. Das erste Angebot für eine Szene. Wenn es ein interessantes Angebot ist, wird ein weiterer Spieler inspiriert und kommt mit einem zweiten Charakter dazu. Aus den vorhandenen Angeboten entwickelt sich eine Situation, daraus eine Handlung und zuletzt eine Geschichte. Wenn dieses alles aus dem Moment heraus geschieht und eine Idee die nächste wachruft entsteht ein Selbstlauf der Dinge, ein geheimnisvolles Fluidum und später weiß keiner mehr, wie die Geschichte entstand. Das ist Kunst, die Kunst des Geschichtenerzählens aus dem Moment heraus, die Kunst des Improvisationstheaters.